12.6.2011 Tiflis -> Cave City Vardzia
Nachdem wir morgens noch einmal beim Frühstück die schöne Aussicht auf die Altstadt von Tiflis genossen hatten
starteten wir gegen 10.30 Uhr bei 19,5° und schönstem Sonnenschein in Richtung Gori nach Westen.
Wir leisteten uns eine Autowäsche für unseren mittlerweile total verstaubten und verschmutzen G, dessen Farbe
man eigentlich nicht mehr erkennen konnte und waren gegen 12.00 Uhr ca. 20 km weit von Gori ganz weit abgelegen
draußen in der Natur in der Höhlenstadt UPLISTSIKHE. Nachdem wir zuvor in Gori ein paar Männer am Straßenrand nach dem
Ort gefragt hatten sprangen sie kurzentschlossen ins Auto und fuhren vor uns hinaus bis die Straße eindeutig war!
Endlich in UPLISTSIKHE angekommen, einer über einem breiten Fluß in die Felsen getriebenen Höhlenwohnungen samt
Kapelle und das so umfangreich, daß daraus eine Stadt entstanden war, waren wir leicht entsetzt über die vielen,
mindestens 20 Busse und Dolmus´, die auf dem kleinen Parkplatz standen und ein "Heer" von Schulklassen und Müttern
hierher brachten und am Berg wimmelten es wie in einem Termitenbau. Natürlich ist das Krabbeln und Springen in den
Felsen für die Kinder eine Freude, aber es handelt sich doch auch um ein Kulturgut, das schon so alt ist und bewahrt
werden sollte. Nach einer halben Stunde und dauerndem Ausweichen der Kinder zogen wir den Rückzug an, zum Glück hatten
wir Elvis unter einem herrlich schattenspendenen Baum weit außerhalb des Lärms im Auto gelassen und er konnte die Zeit
endlich mal zu einem kurzen Schläfchen nutzen.
Zurück auf der Autobahn bogen wir bei Khahuri ab nach SW auf der M8 Richtung Borjomi. Diese zwar äußerst kurven-
reiche, aber sehr schön bewaldete Strecke, wieder an einem stark strömenden und sich windenden Fluß entlang, erinnerte
uns an das Nagold-Tal, nur war hier alles viel breiter und gewaltiger, und nur kleine Örtchen, die wir durchfuhren, oft
noch von sozialist.Denkmälern flankierte alte Brücken und alte Gebaüderuinen, die Leute wollen offensichtlich nichts mehr
damit zu tun haben, haben aber hier auch nicht das Geld alles Alte abzureißen...
So kamen wir bei Borjomi zu einem etwa 4km im Wald gelegenen alten georg.-orthodoxen Kloster, wo wie auch in vielen anderen
Kirchen und Klöstern, die tiefe Demut und intensive Gläubigkeit der Georgier vor Gott und den Heiligen uns immer wieder
sehr berührt hat. Dies ist mit unseren (katholischen) Kirchenbesuchen überhaupt nicht zu vergleichen.
Die Leute bekreuzigen sich mehrmals beim Eintreten der Kirche oder Kapelle, meist hängen leichte Tücher oder Bänder am
Eingang, die die Frauen sich überstreifen, an den Wänden hängt eine Ikone neben der anderen, eine "schöner" als die andere,
sie treten davor, berühren die einzelne Ikone, küssen sie, fallen auf die Knie, beten und gehen weiter zur nächsten und
wenn sie die Kapelle rückwärts verlassen, bekreuzigen sie sich wieder mehrmals voller Ehrfurcht, es ist wirklich sehr
berührend. Hier wohnen auch noch mehrere Popen, typisch schwarz gekleidet, mit den langen Haaren und Bärten.
Und ein schönes kleines Bächlein fließt meanderförmig im Wald hinab ins Tal. Wir vermuteten später, daß dies die Quelle
von Borjomi, dem im ganzen Land bekannten, in moderne Plastikflaschen abgefülltes Mineral-und Quellwasser, gewesen sein
könnte.
Kurz vor AKHALTSIKHE kamen wir an einem Hotel vorbei (ist hier ziemlich rar), Henning fragte an und wir hatten ein
Zimmer für uns Drei, später stellte sich heraus, daß wir die ersten Gäste im neueröffneten Hotel Kouceses (kaukasus)
waren... doch zuvor wollten wir noch in die 60km entfernte Höhlenstadt VARDZIA, ganz am Ende des Tals.
Gegen 17.00 Uhr kamen wir nach VARDZIA, wieder eine Höhlenstadt, aber alle Wohnungen an einer steilen Felswand und
mehrere zig Meter nach innen in den Berg getrieben. Es gibt hier richtige Tunnelgänge.
Henning konnte einem Besucher mit einem Batteriekabel aushelfen, worüber der sich überaus bedankte und staunte über seine
gute Organisiertheit... Der Aufstieg war sehr mühsam, obwohl ein schön in Serpentinen angelegter Weg den Berg hinaufführte,
und als Rundgang weiterlief. Es gab sogar eine in den Felsen hinein "gehauene" Kapelle, sogar ziemlich hoch und breit, z.T.
mit noch original erhaltenen Fresken. Sogar im Freigang vor der Kapelle waren Fresken hoch oben in der Decke.
Der Pope hatte Angst, daß wir mit Elvis die Kirche betreten würden... aber das hatten wir nicht vor.
Gegen 18.30 Uhr verließen wir die Höhlenstadt, Henning wunderte sich über die mittlerweile schöne breite Straße, die jetzt
hierhin führte, was vor 4 Jahren, als er zum erstenmal da war, es so überhaupt noch nicht gab....
nur der alte Mann, den er damals kennengelernt hatte und der eine Thermalquelle in seinem Haus eingefaßt hattee, den gab es
hier nicht mehr, auch sein damaliges Haus war ziemlich verfallen - im Laufe von nur 4 Jahren!!!
Im Hotel angekommen wurden wir schon von den Damen überaus freudig begrüßt (Mutter und 2 Töchter, die wir am nächsten Morgen
leider nicht mehr sahen, sowie die Hotelmanagerin). Sie boten uns ein schönes Abendessen mit örtlichen Speisen und gaben
wirklich ihr Bestes uns zufrieden zu sehen!! Die Zimmer waren blitzblank, die Bettwäsche ganz neu, die kostbare Ledergarnitur
mit Flachbildschirm lud zum Verweilen ein... wir schliefen sehr gut.

Auf unserer Hotelterasse











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